Bei bestimmten Erkrankungen des Herzens ist eine Herzkatheteruntersuchung erforderlich. Hierzu zählt insbesondere die sogenannte „Koronare Herzerkrankung“, bei der es aufgrund von Verengungen der Herzkranzgefäße zu Durchblutungsstörungen am Herzen und – im schwerwiegendsten Fall – zu einem lebensbedrohlichen Herzinfarkt kommen kann.
Beim Herzkatheter wird in örtlicher Betäubung über die Schlagader am Handgelenk oder in der Leiste (in einigen Fällen auch der Armbeuge) ein spezieller Katheter, welcher einen Durchmesser von nur etwa zwei Millimetern hat, zum Herzen vorgebracht. Mit diesem können die Herzkranzgefäße und Herzkammern unter Durchleuchtung mit Kontrastmittel dargestellt und untersucht werden. Werden dabei Verengungen an den Kranzgefäßen gefunden, können diese direkt behandelt werden. Dabei wird die Engstelle mit einem Ballon aufgedehnt (PTCA). In der Regel werden dann auch einer oder mehrere Stents eingesetzt, um ein Wiederauftreten der Verengung zu verhindern. Dabei kommen heute fast ausschließlich Stents mit spezieller Beschichtung (sog. DES) zum Einsatz. Am Ende der Untersuchung können in vielen Fällen an der Punktionsstelle Verschluss- oder Kompressionssysteme eingesetzt werden, mit denen die anschließende Bettruhe deutlich verkürzt werden kann. In bestimmten unkomplizierten Fällen kann die Untersuchung so auch ambulant durchgeführt werden.
Im Notfall – zum Beispiel bei einem Herzinfarkt – wird eine 24-Stunden-Bereitschaft für das Herzkatheterlabor vorgehalten, sodass auch in der Nacht oder am Wochenende, wenn erforderlich, jederzeit sofort eine Herzkatheteruntersuchung durchgeführt und der Infarkt behandelt werden kann. Anschließend erfolgt eine Überwachung auf unserer modern ausgestatteten, spezialisierten kardiologischen Intensivstation.
Auch bei bestimmten Herzklappenerkrankungen ist eine Herzkatheteruntersuchung zur genaueren Beurteilung nötig. Wenn es erforderlich ist, kann in Kathetertechnik zudem eine Untersuchung der rechten Herzhälfte, welche die Lunge mit Blut versorgt, ergänzend erfolgen.
Wird eine Herzoperation notwendig, können in interdisziplinärer Zusammenarbeit im Krankenhaus Siloah auch alle invasiven und nicht-invasiven Voruntersuchungen, die die Herzchirurgie zur Planung und Vorbereitung des Eingriffs benötigt, durchgeführt werden.
Ausstattung
Das Krankenhaus Siloah verfügt über insgesamt drei Herzkatheterlabore. Eines davon befindet sich unmittelbar auf der kardiologischen Intensivstation, um im Notfall eine optimale Versorgung zu gewährleisten.
Die Katheterlabore setzen vollständig auf moderne, digitale Röntgentechnik, durch die mit einer niedrigeren Dosis an Röntgenstrahlen eine optimale Bildauflösung erzielt werden kann. Durch die Verwendung der sogenannten biplanen Durchleuchtung ist die Untersuchung zudem mit geringeren Kontrastmittelmengen möglich. Hierdurch wird das Risiko von Nebenwirkungen, insbesondere für die Niere, minimiert.
In einigen Fällen ist eine alleinige bildliche Darstellung der Herzkranzgefäße nicht ausreichend um die Bedeutung von Veränderungen an den Kranzgefäßen einzuschätzen. In diesem Fall kommen spezielle Methoden, wie die Messung von Druckverhältnissen im Kranzgefäß (iFR und FFR) oder die Ultraschalldarstellung direkt im Kranzgefäß mit miniaturisierten Ultraschallgeräten (IVUS) zum Einsatz. Wenn Blutgerinnsel in einem Kranzgefäß auftreten, können diese mit einem Spezialkatheter abgesaugt, und er Blutfluss so wiederhergestellt werden (Thrombusaspiration).
Bei einem großen Herzinfarkt kann der Kreislauf des Patienten auf lebensbedrohliche Weise beeinträchtigt werden (kardiogener Schock). In diesem Fall kann über die Schlagader in der Leiste eine spezielle Unterstützungspumpe (Impella) eingebracht werden, die den Kreislauf unterstützt, bis die Herzfunktion sich wieder erholt. Auch bei bestimmten komplexen geplanten Eingriffen an den Krankgefäßen kommt die Pumpe zum Einsatz, um das Risiko für den Patienten zu minimieren („geschützte Intervention“).