Ihre Behandlung im Lungenkrebszentrum Hannover
Ständiger Wissenszuwachs führt zu Fortschritten in der Diagnostik und Behandlung des Lungenkrebs. Sie profitieren davon bei Erstdiagnose einer Lungenkrebserkrankung oder bei Tumorabsiedlungen in den Lungen oder dem Rippenfell (Metastasen) anderer Krebserkrankungen.
Wir im Lungenkrebszentrum bieten Ihnen durch die enge Vernetzung aller Spezialisten und Therapeuten Betreuung auf höchstem Niveau. Unser Anliegen sind neben einer technisch perfektionierten medizinischen Behandlung vor allem die seelischen und sozialen Aspekte Ihrer persönlichen Erkrankung.
In unserem Lungenkrebszentrum stehen zu Ihrer Behandlung sämtliche modernen medizinischen etablierten Verfahren zur Verfügung. Unser Zentrum bietet Ihnen auch die Möglichkeit zur Teilnahme an langzeitlichen Therapiestudien zur kontinuierlichen Verbesserung der Behandlungsverfahren der Zukunft. Einen Überblick über die Behandlungs- und Therapiemöglichkeiten finden Sie auf den folgenden Seiten.
Wir sind für Sie und Ihren weiterbehandelnden und vertrauten Haus- und Fachärzte kompetente, persönliche Partner – auch, wenn Sie eine zweite Meinung (Second Opinion) einholen wollen oder wenn es darum geht, zusammen mit Ihren Angehörigen eine wohnortnahe Behandlung zu realisieren.
Medikamentöse Tumorbehandlung (Pneumo-Onkologie)
Hat Ihr Tumor bereits in andere Organe gestreut (Metastasen gebildet), dient die medikamentöse Therapie sowohl dem Erhalt Ihrer Lebensqualität als auch der Lebensverlängerung.
Zur Behandlung Ihrer Tumorerkrankung stehen uns heute sowohl die klassische Chemotherapie als auch neue Medikamente (Antikörper oder „Tyrosinkinase-Inhibitoren“) zur Verfügung. Die medikamentöse Behandlung Ihrer Tumorerkrankung erfolgt in der Regel ambulant oder teil-/stationär.
In jedem Fall werden wir Sie und Ihre Familie vor Behandlungsbeginn individuell beraten und umfassend über den Behandlungsplan sowie mögliche Nebenwirkungen aufklären. Unser Bestreben ist, dass dieselbe Ärztin oder derselbe Arzt Sie über die gesamte Behandlungszeit hinweg betreut, damit Sie gegenseitig ein persönliches Vertrauensverhältnis entwickeln können.
Am Ende der Behandlung werden wir Ihnen regelmäßige Nachuntersuchungen, die sogenannte Tumornachsorge, vorschlagen.
Chemotherapie
Zur Behandlung von Krebserkrankungen werden Substanzen eingesetzt, die über komplexe Mechanismen zu einer Zerstörung der Tumorzelle führen. Solche Substanzen werden Zytostatika genannt. Wirksam werden Zytostatika vor allem bei Zellen, die sich schnell vermehren, was in erster Linie auf Tumorzellen zutrifft. Dies gilt aber auch für andere Zellen des menschlichen Körpers wie z.B. Haarzellen und Zellen der Schleimhäute. So erklären sich mögliche Nebenwirkungen von Zytostatika. Diese Nebenwirkungen sind aber heute dank neuer Begleitmedikamente („Supportivtherapie“) gut zu behandeln. Aus Furcht vor Nebenwirkungen sollten Sie sich deshalb nicht grundsätzlich gegen eine Chemotherapie entscheiden.
Jede Tumortherapie wird auch bezüglich der Nebenwirkungen ständig überprüft und an die jeweilige Situation und Erfolgsergebnissen angepasst. Wir besprechen mit Ihnen vorab, welche Chemotherapie die beste für Ihre individuelle Situation ist.
Die Chemoambulanz ist telefonisch während der regulären Arbeitszeiten für Rückfragen und Beratung zu erreichen. Bei Notfällen außerhalb der normalen Arbeitszeiten erhalten Sie kompetente ärztliche Hilfe durch die Notaufnahme.
Antikörper / Tyrosinkinase-Inhibitoren
Für einige Lungen-Krebserkrankungen besonderes definierter Tumorarten stehen uns heute zudem Antikörper zur Verfügung. In enger Kooperation mit dem menschlichen Immunsystem greifen diese gezielt an äußeren Strukturen der Tumorzellen an. Daneben gibt es auch sogenannte „kleine Moleküle“, hier insbesondere „Tyrosinkinasehemmer“ (TKI), die in den Stoffwechsel der Tumorzelle eingreifen und zu einem Untergang derselben führen.
Antikörper und TKI zählen zu den zielgerichteten Therapieformen („Targeted therapies“) und verursachen häufig weniger Nebenwirkungen als eine konventionelle Chemotherapie.
Wir besprechen mit Ihnen, ob diese Therapie für Sie in Frage kommt.
Strahlentherapie
Strahlentherapie ist die medizinische Anwendung von Strahlung zur Behandlung von gutartigen und bösartigen Erkrankungen. Beim Lungenkrebs ist unser Behandlungsziel – abhängig vom Stadium der Erkrankung – entweder die Heilung des Patienten (durch Operation oder Bestrahlung) oder die Linderung von tumorbedingten Beschwerden. Ist das Rückfallrisiko nach Operation hoch, so bewirkt die Nachbestrahlung eine Verbesserung der lokalen Kontrolle. Die Bestrahlung wird daher oft mit Behandlungsverfahren wie der Operation oder der Chemotherapie kombiniert. Es wird dabei ausgenutzt, dass Tumorgewebe in der Regel strahlenempfindlicher ist als das umgebende Normalgewebe.
Damit die Bestrahlung effektiv, gleichzeitig aber auch schonend und nebenwirkungsarm durchgeführt werden kann, ist es notwendig, dass die Bestrahlungsregion in einem individuellen Bestrahlungsplan genau festgelegt wird. Der Behandlungsplan sieht vor, dass in der Regel die gesamte Strahlendosis auf einzelne Sitzungen über mehrere Wochen hinweg aufgeteilt wird. Routinemäßig werden konventionell fraktionierte Strahlentherapien ebenso wie Hochpräzisions-Bestrahlungen (Radiochirurgie) oder hoch aufwändige Spezialbestrahlungen in IMRT-Technik durchgeführt.
Ob in Ihrem Fall eine Strahlentherapie sinnvoll oder erforderlich ist, wird in der fachübergreifenden Lungentumorkonferenz besprochen. Mitunter wird dort auch eine Kombination mit einer medikamentösen Tumorbehandlung empfohlen, weil sie die Wirksamkeit der Tumorbestrahlung steigert. Diese kann gleichzeitig durchgeführt werden, der Bestrahlung vorangehen oder ihr nachfolgen.
Tumornachsorge
Auch nach einer erfolgreichen Krebsbehandlung kann es zu Rückfällen kommen. Deshalb werden wir Ihnen nach Abschluss der Behandlung zu Nachsorgeuntersuchungen raten und mit Ihnen besprechen, wann Sie welche Untersuchungen durchführen lassen sollten. Die Nachuntersuchungen können Sie von Ihrem Haus- oder Facharzt heimatnah durchführen lassen. Ebenso so aber auch in unserer Ambulanz der Fachabteilung für Pneumologie oder bei speziellen Fragestellungen in der Ambulanz der thoraxchirurgischen Abteilung.